Ein neuer Prozessor und eine innovative Energieversorgung.

Kurz nach Vorstellung und Einführung des neuen Sprachprozessors von MED-EL, dem brandneuen SONNET mit vielen Extras, wurde eine Akkuserie angekündigt. Als einer der ersten CI Nutzer hatte ich die Ehre, in einem praktischen Test die Betriebsdauer der Akkus auf Herz und Nieren zu prüfen.

Da ich noch kein Upgrade hatte, also auch nicht das neue Flaggschiff der Prozessorenfamilie von MED-EL, den SONNET, wurde mir dieser für die Testdauer zur Verfügung gestellt. Nach erfolgter Anpassung war es soweit, ich nahm ihn in Betrieb. Fast war der Klang so, wie ich es mit dem RONDO gewohnt war, aber eben nur fast. In verschiedenen Situationen nahm ich doch Unterschiede wahr. Positiv natürlich, da hörte ich Geräusche, wo ich mit dem RONDO nichts gehört hätte. Grund sind die Mikrofone des SONNET, zwei Stück, die bei der Anpassung individuell ausgerichtet werden können.

So, dies ist aber kein Prozessortest, sondern ein Akkutest. Es gibt zwei verschiedene Größen, Micro und Standard. Ich begann den Test am 13. Juni 2016 mit den Micro-Akkus. Bei einer Größe von nicht einmal annähernd zwei mal zwei Zentimeter hatte ich gar nicht die Hoffnung, dass ich hier eine längere Zeit mit dem Akku auskommen könnte, über den Daumen gepeilt dachte ich mir eben, so drei bis vier Stunden. Spielend einfach ist der Akku einzulegen und wieder zu entfernen.

Auch das Einstecken in das Ladegerät ist mühelos und sicher auch von größeren Kindern nach einer kurzen Instruktion gefahrlos und selbsttätig zu meistern. Umso mehr war ich überrascht, dass die Betriebsdauer von den Micro-Akkus bei knapp sieben Stunden lag. Ich probierte, ob die Betriebsdauer nach mehrmaligem Laden geringer würde, nein es blieb konstant. Das war eine Überraschung. Es zeigte mir aber auch, dass das neue Prozessorkonzept eine Energiereduzierung im positiven Bereich hatte. Es wird weniger Energie benötigt als bei den Vorgängermodellen.

Nun kam der Standard-Akku an die Reihe. Da er etwas grösser war als der Micro, müsste er auch eine längere Betriebsdauer erreichen. Also einlegen und loslegen. Den ganzen Tag konzentrierte ich mich darauf, wann es zum ersten Signal kommen würde, das mir signalisierte, dass der Akku seine Betriebsdauer erreichen würde. Nach etwas mehr als zehn Stunden, ich hatte den ganzen Tag ohne Akkuwechsel verbracht, kündigte sich die Entladung an. Akkuwechsel, nächster Standard Akku rein und einschalten. Ich würde die Akkus testen, bis es nicht mehr geht, schauen, ob sie den Rhythmus von knapp mehr als zehn Stunden über einen längeren Zeitraum halten.

Nach über vier Wochen entladen, laden, entladen, laden usw., ohne Rücksicht auf das mitgelieferte Ladegerät, das sehr zuverlässig seine Ladezyklen durchführte, rund um die Uhr, war ich von der Zuverlässigkeit und der konstante Spannungsversorgung des SONNET durch die neuen Akkus überzeugt. Die hervorragende zuverlässige Energieversorgung, die diese sehr kleinen und leichten einfach zu wechselnden Akkus, die dem SONNET ein noch geringeres Gewicht geben, ist einfach positiv zu bewerten. Das wirklich kleine zuverlässige Ladegerät, es ist leicht, handlich und kann überall mitgenommen werden, ist ebenfalls ein Highlight. Neben einem mitgelieferten Netzadapter kann man es per USB sogar im Auto verwenden und die Akkus laden, praktisch bei längeren Fahrten. Für mich war es aber auch sehr positiv, immer drei geladene Akkus in der Tasche zu haben, das gab mir ein Gefühl der Sicherheit. Ganz gleich wann ich die Akkus eingelegt hatte, ich wusste genau, wie viel Zeit ich hatte, bis der Akkuwechsel nötig war. Der Austausch geht schneller, als die Batterien zu tauschen. Kein Blister öffnen, keine Klebefolien abziehen, keine kurze Wartezeit, um die Batterien zu aktivieren. Einfach Akkufach auf, leerer Akku raus, voller Akku rein, schließen und aufs Ohr damit und das in dreißig Sekunden. Ich habe es gestoppt. Schneller geht’s nur mit Solarpaneel, wenn es eines geben würde. Was den Umweltschutz angeht, ist das System auch hier innovativ. Man muss einmal rechnen, wie viele Batterien hier eingespart werden könnten. Im Moment ist es für einige vielleicht aus Kostengründen nicht möglich, auf den Akku umzusteigen, aber ich würde davon träumen, dass in Zukunft die Energieversorgung der Sprachprozessoren zu hundert Prozent mit Akkus gewährleistet sein wird.

Sehr positiv ist Folgendes zu bewerten: bei Verwendung des WaterWear ist es nötig Batterien zu verwenden, die nicht auf Zink-Luft-Basis arbeiten. Da der Sprachprozessor in der Hülle ist, kommt ja auch keine Luft dazu. Verwendet man die Akkus, ist ein zusätzliches Batteriefach nicht notwendig und somit auch keine extra Batterien. Da die Akkus nicht von Luft abhängig sind, könnte man mit dem Standard-Akku theoretisch zehn Stunden Schnorcheln, was das Zeug hält. Die Sicherheit, die Eltern durch das WaterWear haben, wenn nicht nur der Prozessor geschützt ist, sondern der Nachwuchs akustisch erreichbar ist, sofern er nicht unter Wasser ist, ist unbezahlbar.

Es gab aber doch einen negativen Punkt, es tut mir leid das zu schreiben. Nach etwas mehr als vier Wochen Tragedauer und positiver Angewöhnung an den SONNET und gutem Verstehen, musste ich diesen auch wieder retournieren. Das ist mir schwer gefallen, sehr schwer. Aber meine Hoffnung, ein baldiges Upgrade auf den SONNET bleibt als Lichtblick.