Herr Valentin von der Firma Blaguss war pünktlich um 06:45 Uhr an der Abfahrtstelle. Margit Graf und Andrea Dorner, unsere netten MED-EL Damen, die uns begleiteten, sorgten für einen reibungslosen Ablauf und alle Teilnehmer freuten sich, die beiden zu sehen. Dann ging es los. 07:00 Uhr Abfahrt vom Hotel Mercure in Wien Westbahnhof. In St. Pölten stiegen die nächsten Teilnehmer zu. In Pöchlarn nahmen wir Manfred Neumann und seine Frau an Bord. Dann ging es weiter nach St. Valentin, wo wir unseren Obmann Karl-Heinz Fuchs und seine Gattin Maria aufnahmen. Sattledt war unser letzter Halt, wo wir Frau Schrampf und Begleiter einsteigen ließen. Dann ging es zügig weiter, um nach Mondsee zu kommen, wo eine 45-minütige Mittagspause eingeplant war.

Nach erfolgter Stärkung sah man beim Einsteigen in den Bus glückliche, satte und zufriedene Gesichter. Gestärkt und gut gelaunt ging es weiter nach Innsbruck. An den angeregten Unterhaltungen der Reisenden konnte man sehen, es machte allen Spaß. Einige nutzten die Zeitspanne zu einem kleinen feinen Schläfchen. Die Kinder hatten viel zu plaudern und so kamen wir um 14:38 Uhr beim Hotel Penz West in Innsbruck an. Herrliches sonniges Wetter empfing uns dort. Alles aussteigen, einchecken und frischmachen war die Devise. Um 15:30 Uhr war allgemeiner Sammelpunkt in der Lobby. Die Abfahrt zum Audioversum folgte unmittelbar danach. Dort angekommen wurden wir von unseren netten Führerinnen Pia, Olga und Alina begrüßt und in Gruppen aufgeteilt.

Dann führten sie uns einmal zum so genannten Schreiraum, dieser heißt so, weil man drinnen nach Herzenslust schreien konnte, bis man heiser war. Zweck war es, zu zeigen, wenn man schreit, wie laut man sein konnte. Die Skala ging bis 120 Dezibel. Knapp bei 120 Dezibel war natürlich Schluss. Die menschliche Stimme ist nicht für diese Lautstärke gemacht. Es gelang erst einmal einer Gruppe von 30 Männern, die 120 Dezibel Marke zu erreichen! Nachdem sich einige mutige Damen, man hörte den Schrei tatsächlich bis heraus, und Herren in die Schreikammer wagten und dort einmal ihren persönlichen Urschrei raus ließen, stellten wir fest, es stimmt. Nicht einmal vier Stimmgewaltige unter uns schaften die 120er Marke. Ich jedenfalls war am nächsten Tag etwas heiser.

Dann ging es los, Schritt für Schritt machte man die verschiedensten auditiven Erfahrungen. Schon bei dem Treppensteigen waren die dabei entstehenden Klänge angenehm zu hören. Eine Zeit lang versuchte jeder ein kleines Konzert mittels rauf und wieder runter steigen zu erzeugen. Das wiederum war lustig, denn was da rauskam, war eine neue Art von Musikstil, aber angenehm.

Vom Vogel fangen, wo man die Vögel erwischen musste, um das Zwitschern zu hören, bis zur komplexen Vibration der verschiedensten Gegenstände, wie Glocke, Presslufthammer, Telefon, Flugzeug-Triebwerk, usw., wo durch Vibrationen gezeigt wurde, wie der Schall im menschlichen Ohr umgewandelt wird - um danach im Innenohr aufgenommen zu werden, wie es die Sinneshärchen in der Cochlea (Hörschnecke) reizt, um dann über den Hörnerven ins Gehirn zu gelangen, um es als Höreindruck zu erkennen.

Eine 3D-Videowand zeigte den Interessierten Zusehern, wie ein menschliches Ohr aufgebaut ist und die einzelnen Funktionen wurden sehr real zur Anschauung gebracht. Die Knochenleitungssimulation ließ allen jenen, deren Ohr noch normal funktioniert, eine Melodie, eben über ihren Schädelknochen, hören. Ein Stück weiter war mittels Kopfhörer zu erraten, welches Geräusch man hier zu hören bekommt.

Auf der nächsten Installation erlebte man die unterschiedlichen akustischen Reize, man konnte hier selbst erleben, wie unser Gehirn auf die verschiedensten Höreindrücke reagiert. Die zum Anfassen frei stehenden Hörhärchen erzeugten eine Melodie und leuchteten in verschiedenen Farben, es war verblüffend, wenn man hier die Funktion des menschlichen Innerohres so vereinfacht kennenlernen konnte. Man sah und verstand die Dinge, die uns bis jetzt verborgen waren, auf einmal ganz anders und man konnte sich nun ein wirklich reales Bild von der Funktion unseres Gehörs machen. Auf einer interaktiven Wand wurde die Entstehung der Hörhilfen vom vergangenen Jahrhundert bis zum heutigen Tag gezeigt.

Wir werden auf jeden Fall im nächsten Jahr diese Tour wiederholen, um anderen Interessenten die Möglichkeit zu geben, diese einmalige Installation und technische Besonderheit kenn zu lernen. Wir empfehlen es auch für betroffene Kinder und Jugendliche, die hier einen Einblick erhalten, der nicht so alltäglich ist.

Am nächsten Tag, noch vor der Stadtbesichtigung, stand eine Führung im neuen MED-EL Hauptquartier in Innsbruck auf dem Programm. Wir wurden von Dr. Daniel Schaudel und MA. Cherisse Mark begrüßt. Dr. Schaudel erklärte uns den wissenschaftlichen und technischen Stand der Cochlea Implantate. MA. Cherisse Mark war dabei für die Technik zuständig. Nach einem eingehenden Vortrag gab es eine Diskussion mit den Teilnehmern. Auch die Frage, was wir CI- User uns in Zukunft noch erwarten würden, war ein sehr interessantes Thema. Viele Vorschläge und Wünsche wurden hier bei Dr. Schaudel deponiert, ob es allerdings zur Verwirklichung kommt, ist fraglich. Nicht alles ist für alle geeignet.

Nach Ende der Führung stand nun dem Altstadtbesuch nichts mehr im Wege. Der anfängliche Regen hatte sich gelegt und einer milden Sonne Platz gemacht und somit die beste Basis für den Altstadt-Trip geschaffen. Im Nu waren alle irgendwo unterwegs. Manchmal, wenn man dann in eine finstere kleine Gasse einbog, erschienen unsere Freunde mit blassen Gesichtern. Aber das war dem diffusen Licht in den schmalen Gassen zuzuschreiben. Ansonsten ging es allen blendend und einige hatten sich schon ein gutes Mahl einverleibt. Auch wurde so manches Schnäppchen gekauft, war ja totaler Ausverkauf bei Zillertaler Trachtenmoden. Ich selbst erstand ein Trachtengilet, eine gestrickte Weste, Trachtensocken und noch Anderes zu einem Preis, wo man nicht einmal ein Hemd bekommen hätte. Zufrieden mit den Schätzen ging es dann zum Bus, die Abfahrt nahte. Alle waren nach mehrmaligem Durchzählen nun endlich wieder im Bus und ab ging es Richtung Heimat. Wir hatten wieder dieselben Haltepunkte wie bei der Anreise, langsam leerte sich der Bus, bis auf die Wiener, die am Westbahnhof den Bus verließen.

Ein wirklich schönes und informatives Abenteuer hatte sein Ende gefunden, zufrieden verabschiedeten wir uns und dann trennten sich unsere Wege. Dass wir es im nächsten Jahr wiederholen möchten, steht schon fest, denn Vieles, was von Interesse war, haben wir ja gar nicht richtig bestaunen und probieren können.