So schnell kann es passieren!

Mit der Eisenbahn irgendwo hinzufahren ist ja heute eigentlich die gemütlichste und oft auch die günstigste und schnellste Art zu reisen. Ertan Bilgic machte das auch. Eine Reise im warmen Zugabteil, gemütlich und entspannend, die Gedanken schweifen lassen.

Das eintönige, aber schläfrig machende Schaukeln des Waggons dürfte dazu geführt haben, dass sich die Augen schlossen und er ins Land der Träume fiel. Auf einmal kam die Durchsage, der Zug hat den Zielbahnhof erreicht. Schnell aufgesprungen, die Kleidung und die Taschen packen und raus, bevor der Zug sich seinem nächsten Ziel entgegen in Bewegung setzte.

Da stand er am Bahnsteig, froh darüber es geschafft zu haben, sah er dem ausfahrenden Zug nach. Er bemerkte, dass es sonderbar still war. Ertan Bilgic ist seit einiger Zeit mit einem Cochleaimplantat versorgt. Es war ganz ruhig, er hörte nichts und er dachte, dass die Batterien seines Sprachprozessors leer seien.
Mit einem Griff nach oben, um den Prozessor abzunehmen, bemerkte er nun, dass dieser sich gar nicht an der gewohnten Stelle befand. Erschrocken dachte er daran, dass er ja geschlafen hatte, da war der Prozessor sicher vom Kopf gerutscht. Das war aber ein Schock für ihn! Er hatte ja nur das eine Gerät und war auf einmal wieder taub. Er war verzweifelt, weil er die gewohnten Höreindrücke nicht mehr wahrnehmen konnte. Sofort ging er zum Bahnhofschalter und meldete den Verlust des Sprachprozessors. Nun begann das bange Warten auf Nachricht. Man gab die Verlustmeldung an das Bahnpersonal weiter und suchte das Gerät.

Leider wurde nichts gefunden, trotz intensiver Nachforschung keine positive Nachricht, hatte jemand es gefunden und mitgenommen? So wartete er noch einige Zeit, um dann bei der Fa. MED-EL nachzufragen, was er da unternehmen könnte, um einen neuen Prozessor zu erhalten. Da er noch keinen Anspruch auf ein Prozessorupgrade hatte, versuchte er es einmal bei diversen sozialen Einrichtungen auch beim Bundessozialamt. Leider bekam er überall einen negativen Bescheid, niemand konnte oder würde die Kosten eines neuen Sprachprozessors, der einige tausend Euro kostet, übernehmen.

So hat unsere CIA Gesellschaft vom Problem des jungen Mannes erfahren. CIA hat immer wieder Spendengeräte, die von Nutzern zur Verfügung gestellt werden, weil sie ein Prozessor Upgrade hatten. Diese Geräte werden in dankenswerter Weise von der Fa. MED-EL auf Funktion und etwaige Schäden überprüft, gereinigt und somit in vorzüglichem funktionalen Zustand an uns retourniert. Der Vorstand des CIA hat in einer unkomplizierten Aktion einen Spendenprozessor für Herrn Bilgic zur Verfügung gestellt. Der junge Mann wurde benachrichtigt und am 28. Dezember 2015 war der Termin für die Übergabe.

David Sainitzer MSc , Clinical Engineer bei MED-EL Wien, übernahm das Spendengerät und tätigte bei Herrn Bilgic die Anpassung des Spendenprozessors. Alles verlief zur Zufriedenheit und Herr Bilgic war überglücklich, wieder hören zu können.

Einen Hinweis, um solche Situationen zu vermeiden: schließen Sie eine private Versicherung ab, um bei Verlust des Gerätes nicht auf den hohen Kosten, die in den meisten Fällen entstehen, sitzen zu bleiben. Eine Versicherung ist nur ein kleiner Betrag im Jahr, gegenüber den vielen Tausend Euro, die im Extremfall anfallen können.