Lebenslust statt Hörfrust

Von 19. – 22. Oktober lud die Seniorenmesse „Lebenslust“ für Menschen ab 50 mit einer breiten Themenpalette von Mode und Beauty über Sport und Reisen bis hin zu Finanzen und Gesundheit ins Messezentrum Wien. MED-EL und CIA waren vor Ort, um die Besucher über Hörimplantate zu informieren.

Mehr als 35.000 Besucher konnte die Messe an den vier Öffnungstagen insgesamt verzeichnen. Es war ein buntes Bild, das sich ihnen am Messegelände bot: Von Mode und Beauty über Sport und Reisen war alles dabei. Sogar mancher Speck- und Käseanbieter lockte mit Duftwolken, die Kulinarik zu verkosten. Von der Showbühne drang rockiger Klang von Andi Lee Lang, Peter Kraus und Kollegen.

Hörimplantate, damit konnten nur wenige Besucher etwas anfangen. Meist war es Hund Johann, ein Basset, der mit seinen riesigen Ohren die Wand hinter uns zierte, der vielen Passanten ein entzücktes „Ach, ist der süß!“ entlockte und sie neugierig auf die Thematik Hören machte.

Hörsysteme im Gespräch

Trotz der steigenden Zahl an Implantatnutzern sind Cochleaimplantate und andere Hörimplantatvarianten - wie die Vibrant Soundbridge und die Bonebridge - relativ unbekannt. Es besteht noch großer Aufklärungsbedarf.

Häufig erkundigten sich Besucher aber nach besseren Lösungen als die bisher verwendeten Hörgeräte, da sie unzufrieden mit deren Klangqualität waren oder erkannten, dass auch das teuerste und beste Hörgerät ihrem Gehör nicht mehr auf die Sprünge helfen kann. Viele Hörgerätenutzer möchten in lauter Umgebung besser verstehen und wollten wissen, ob dies mit Hörimplantaten möglich sei. Einseitige Ertaubung und Tinnitus zählten ebenfalls zu den „heißen Themen“ im direkten Gespräch.

Verhaltensmuster erkennen

Hörverlust im Alter soll nicht unbehandelt bleiben, da er fast immer zu negativen gesundheitlichen Folgen führt – diesbezüglich aufzuklären war uns wichtig. Es ist eine Kettenreaktion: Durch den sozialen Rückzug vereinsamen viele Menschen mit Hörverlust, bleiben immer öfter zu Hause. Gerade ältere Menschen bewegen sich dadurch weniger, die mangelnde Bewegung bringt eine höhere Sturzgefahr mit sich. Nicht wenige Besucher erkannten solche Verhaltensmuster bei ihren hörbeeinträchtigten Partnern, Eltern oder Freunden. Erleichert, dass es eine Lösung gibt, auch wenn Hörgeräte nicht mehr helfen, gingen sie nach intensiven Gesprächen mit uns weiter - voller Motivation, ihrem Umfeld davon zu berichten.

Erfahrungen aus erster Hand

Der vereinsgründende CIA-Obmann Hans Horak teilte seine Erfahrungen als Nutzer eines Cochleaimplantats mit zahlreichen Interessierten. Viele seiner Gesprächspartner konnten nicht glauben, dass Hans ohne CI gar nichts hören würde. Am Samstag informierte Michael Wollrab die Besucher am Messestand über sein Leben mit der Vibrant Soundbridge. „Ich bin so froh, dass ich Sie gefunden habe. Ich war verzweifelt, weil mir mein HNO-Arzt keine Hoffnung mehr auf ein besseres Hören machen konnte. Ich vereinbare sofort einen Termin an einer CI-Klinik, damit ich bald wieder gut hören kann!“ Mit diesen Worten bedankte sich eine Besucherin nach einer längeren Unterhaltung bei uns. Eine ältere Dame, die die Entscheidung zum CI aus Angst vor der Operation bisher vor sich hergeschoben hatte, war fasziniert, „wie gut sich Herr Horak trotz der lauten Umgebung mit mir unterhielt. Ich dachte nie, dass das CI so gut funktoniert. Jetzt bin ich überzeugt und werde gleich die nächsten Schritte in die Wege leiten.“

Erstaunt waren die meisten Interessenten nicht nur, wie sehr Menschen mit hochgradigem Hörverlust von CIs profitieren können. Ebenso erstaunte es sie, dass die Kosten für Cochlea-, Mittelohr- und Knochenleitungsimplantate im Bedarfsfall von den Krankenkassen und dem Spitalsträger übernommen werden.

Podiumsdiskussion

Dr. Alexander Nahler kennt als Mitbegründer der CI-Chirurgie in St. Pölten und als HNO-Spezialist in Schwechat die Nöte der Hörbeeinträchtigten. Zum Thema CI moderierte er am Freitagnachmittag eine gut besuchte Gesprächsrunde auf der „Talk-Bühne“: Von ihrem langen Weg aus der Schwerhörigkeit und von der Entscheidung zum CI erzählte Elisabeth Randa. CIA-Obmann Hans Horak berichtete von seinen Erfahrungen als langjähriger CI-Nutzer und vom unterschiedlichen Hören mit neuen und alten Technologien. Wie sehr das CI sein Arbeitsleben als Mediziner erleichtert, das legte der Wiener Internist, Intensivmediziner und Homöopath Prof. Dr. Michael Frass dar.

Auch wenn die Lebenslust eine Seniorenmesse ist, kam der Aspekt der Implantation bei den Kleinsten in der Gesprächsrunde nicht zu kurz: Ing. Markus Fraisl erinnerte sich als Vater eines gehörlos geborenen Mädchens im Gespräch mit Dr. Nahler an die chirurgischen und medizinischen Fragen, mit denen sich die Eltern vor der Implantation befassen mussten und an die Emotionen, die mit der Entscheidungsfindung und dem Eintritt seiner Tochter in die Welt des Hörens verbunden waren.
Für die anschließende Möglichkeit zum persönlichen Gespräch waren viele Zuhörer dankbar.

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