Cochlea-Implantat Hersteller aus Österreich

MED-EL ist ein international renommiertes Beispiel für die Synthese von Forschung und Entwicklung im Bereich Medizintechnik, und das seit über 30 Jahren. Ein neues Kompendium gibt eine spannende Übersicht über die wichtigsten Forschungsbereiche.

MED-EL HQ - Cochlea-Implantat Hersteller

Translationale Forschung im medizinischen Bereich markiert den Übergang zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung von Forschungsergebnissen sowie umgekehrt die Überleitung klinischer Fragestellungen an die Wissenschaft. Sie ist das, was im angloamerikanischen Raum mit dem Slogan „From bench to bedside“ – „Vom Labor ans Krankenbett“ beschrieben wird.

Der Begriff „Translationale Forschung“ wird häufig mit weltumspannenden Konzernen und universitären Forschungszentren assoziiert. Die Innsbrucker Firma MED-EL beweist, dass österreichische Kapazitäten in diesem Bereich mit federführend sind. So legten bereits 1975 die Wissenschaftler Ingeborg und Erwin Hochmair, beide damals an der Technischen Universität in Wien, mit ihrer Arbeit den Grundstein für ein Produkt, das bisher tausenden Menschen im wahrsten Sinn des Wortes Gehör verschaffte: Das Cochlea-Implantat. 1990 gründete DI Dr. Ingeborg Hochmair gemeinsam mit ihrem Ehemann Prof. Dr. Erwin Hochmair die Firma MED-EL in Innsbruck und leitet seither als Geschäftsführerin und Entwicklungsleiterin das Familienunternehmen, das heute mit mehr als 2.200 Mitarbeitern in 30 Niederlassungen weltweit aktiv ist und neben einer wachsenden Palette an Hörimplantaten und -systemen auch andere Produkte zur Stimulation des neuronalen Systems anbietet.

MED-EL investiert mit 15 bis 20 Prozent auch heute einen beträchtlichen Teil des jährlichen Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

Ingeborg und Erwin Hochmair, MED-EL, Cochlea-Implantat Hersteller aus Österreich

Ingeborg und Erwin Hochmair

Ein medizinisches Problem und seine wissenschaftliche Antwort

Taubheit und hochgradiger Hörverlust beeinträchtigen Lebensqualität, Kommunikation und in Folge die gesellschaftliche Teilhabe der Betroffenen, konventionelle Hörgeräte können aber nicht allen Betroffenen hinreichend helfen. Genau da setzt die Philosophie von MED-EL an: Das österreichische Unternehmen möchte Hörverlust als Kommunikationsbarriere überwinden. Dazu hat es eine vielfältige Produktpalette implantierbarer und implantationsfreier Hörlösungen entwickelt: vom Cochlea-Implantat, über ein aktives Mittelohrimplantat, ein System zur Elektrisch Akustischen Stimulation, ein Hirnstammimplantat, implantierbare und implantationsfreie Knochenleitungssysteme sowie neuerdings auch eine Auswahl an passiven Mittelohrimplantaten.

Bis auf die passiven Mitteohrimplantate, die neuesten Teile der Produktpalette, beinhalten alle Systeme auch einen außen getragenen Audioprozessor, der optisch einem konventionellen Hörgerät ähneln kann, während das Innenleben neueste wissenschaftliche Erkenntnisse birgt. Betroffene in bisher 124 Ländern profitieren davon.

Fortwährende Translationswissenschaft in Österreich

Hörimplantate und -systeme aus Österreich ermöglichen es hörbeeinträchtigten Patienten von über 3.000 Kliniken weltweit, wieder am auditiven Leben der Gesellschaft teilzunehmen. Über 95 Prozent der Implantate werden exportiert. Betroffene in Österreich können sich an immerhin 15 Kliniken bundesweit wenden. Die Erfolge sind beeindruckend. Trotzdem ist die Kooperation von wissenschaftlicher Forschung und kommerzieller Entwicklung zur Verbesserung des Hörvorgangs auch nach 30 Jahren noch lange nicht ausgereizt. Aktuelle Herausforderungen sind an den Patienten individuell maßgeschneiderte Implantationen, die Kombination von Implantaten mit der Einbringung pharmazeutischer Substanzen zur Optimierung der Hörergebnisse sowie vollständig implantierbare Systeme. Parallel wird sowohl an robotergestützter Implantation als auch an Implantaten zur Unterstützung anderer neuronaler Funktionen geforscht.

MED-ELs fortwährende Innovationen basieren auf der engen interdisziplinären Zusammenarbeit von hochqualifizierten Forschern und Entwicklern verschiedener Disziplinen sowie auf der Beteiligung an zahlreichen wissenschaftlichen EU-Programmen und Projektkooperationen mit über 100 Forschungseinrichtungen weltweit.


Anlässlich 30 Jahre Translationswissenschaft für gutes Hören erschien heuer in der renommierten Fachzeitschrift Acta Oto-Laryngologica ein englischsprachiges Kompendium zum Thema. Es stellt die bekannte Erfolgsgeschichte der Cochlea-Implantate und ihrer Anwendungsbereiche dar, gibt aber auch Einblick in fünf aktuelle Forschungs- und Entwicklungsbereiche rund um das Innenohrimplantat. Das Kompendium ist auch online nachzulesen unter DOI: 10.1080/00016489.2021.1918393

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