Wie Migration, Vielfalt und Weltkulturen neue Klangräume schaffen
Einblicke in Sprachen, Mentalitäten, Musik und gesellschaftliche Verantwortung – und welche Rolle Cochlea-Implantaten dabei zukommen

©Adobe Stock
Als Amir mit vier Jahren aus Syrien nach Österreich kam, kannte er nur die Stimmen seiner Familie – rhythmisch, weich, getragen von den Melodien des Arabischen. Nach einer schweren Meningitis verlor er kurz darauf sein Gehör. „Ich habe die Welt gesehen, aber sie war plötzlich stumm“, erzählt Amir als Jugendlicher. Erst mit einem Cochlea-Implantat begann er, die Sprachmelodien seiner neuen Heimat zu entdecken. Heute spricht er drei Sprachen, spielt Darbuka und beschreibt sein CI als „Schlüssel zu zwei Klangwelten“.
Amirs Geschichte steht stellvertretend für eine Entwicklung, die unsere Gesellschaft prägt: Migration und kulturelle Vielfalt verändern nicht nur, wie wir miteinander leben, sondern auch, wie wir hören. Für Unternehmen wie MED-EL, die Menschen mit Hörimplantaten in über 140 Ländern dieser Welt versorgen, bedeutet das: Chancen nutzen – Verantwortung übernehmen.
Die neue Mehrstimmigkeit der Welt
Sprachenvielfalt ist Normalität – und akustische Herausforderung. Noch nie haben so viele Menschen multilingual gelebt wie heute. In deutschen und österreichischen Städten wächst jedes dritte Kind mehrsprachig auf. In Klassenzimmern, auf Spielplätzen und in Familien begegnen sich Dutzende Sprachmelodien: Türkisch, Arabisch, BKS (Serbisch-Kroatisch-Bosnisch), Farsi, Mandarin, Englisch, Ukrainisch u.v.m. – oft im Wechsel, manchmal in Mischformen.
Für Menschen mit Hörverlust bedeutet das:
- Mehr Sprachen bedeuten mehr Klangmuster, mehr Rhythmik, mehr Variation.
- Akzente und Dialekte sind besondere Trainingsfelder – insbesondere für CI-NutzerInnen.
- Kommunikation wird vielfältiger – aber auch komplexer.
Eine Therapeutin beschreibt es so: „Mehrsprachige Kinder mit Hörimplantaten haben nicht ein Hörsystem zu meistern, sondern mehrere. Sie hören Deutsch, aber auch die Sprache ihrer Familie – und müssen beide Welten verknüpfen.“
Wie CI-Technologie das Lernen in mehreren Sprachen unterstützt
Moderne Hörimplantate bieten heute:
- Individuell anpassbare Programme, abgestimmt auf bestimmte Klangumgebungen
- Sprachprozessoren, die feinere Lautunterschiede erkennen, etwa in tonalen Sprachen
- Digitale Hörtrainings, die Mehrsprachigkeit berücksichtigen
So wird nicht nur das Hören erleichtert, sondern auch das Erlernen kultureller Identität.

Vom Alphorn bis zum Dudelsack, Von der Geige bis zur Sitar, vom Klavier bis zur Djembe – Musik schafft Verbindung. ©Adobe Stock
Weltmusik als akustische Landkarte
Migration verändert Musik – und damit die Klangwelt von Normalhörenden und CI-TrägerInnen. Weltmusik ist heute kein Genre mehr – sie ist Alltagsrealität. Urbaner Pop vermischt arabische Maqam-Skalen, Afrobeats geprägte Rhythmen und lateinamerikanische Perkussion. Türkische und kurdische Musik gewinnt in Europa ebenso an Popularität wie K-Pop oder Reggaeton.
Für CI-NutzerInnen ist das ein akustisches Abenteuer:
- Mikrotonale Skalen (1/4-, 1/8-Töne) aus arabischer oder indischer Musik
- Komplexe Polyrhythmen aus afrikanischen Traditionen
- Mehrstimmige Gesänge wie in Balkan- oder georgischer Musik
Musiktherapie als kulturelles Brückenfeld
Viele Hörzentren arbeiten mit MusiktherapeutInnen, die kulturelle Klangformen integrieren. Eine Therapeutin berichtet: „Wenn ein Kind seine eigene Musik hört – die seiner Herkunft -, öffnet das Türen. Es erkennt vertraute Rhythmen wieder. Das motiviert enorm.“ Musik wird so zur Brücke zwischen Kulturen und zum Motor des Hören lernens.
Hören als Spiegel kultureller Vielfalt
Kultur beeinflusst, was wir hören – und wie wir zuhören. In verschiedenen Kulturen wird das Zuhören unterschiedlich bewertet:
- In Japan gilt Stille als Ausdruck von Respekt.
- In südlichen Ländern Europas ist es üblich, sich ins Wort zu fallen – ein lebendiger Dialogstil.
- In vielen afrikanischen Kulturen erzählen Menschen über Geräusche und Rhythmus, nicht primär über Worte.
- In arabischen Gesellschaften hat die melodische Stimme eine hohe emotionale Bedeutung.
Für CI-TrägerInnen entstehen dadurch neue Hörsituationen – und neue Chancen, kulturelle Unterschiede bewusst wahrzunehmen.
MED-EL: Hörtechnologie als Teilhabe-Instrument
Warum Cochlea-Implantate mehr sind als medizinische Geräte: In einer vielfältigen Gesellschaft sind sie Schlüssel zu Bildung, Arbeitswelt, Kultur und sozialer Integration. Fehlender Hörzugang verstärkt soziale Ungleichheit – insbesondere bei migrantischen Familien, die ohnehin mit Sprachbarrieren, geringeren Ressourcen oder medizinischer Unterversorgung konfrontiert sind.
MED-EL als moderner Hörimplantat-Hersteller trägt daher Verantwortung:
- Versorgung unabhängig von Herkunft oder Einkommen
- Informationsmaterialien in mehreren Sprachen
- Kulturell sensible Beratungsangebote
- Globale Forschung zu Mehrsprachigkeit, Akzentverständnis und Musik
- Unterstützung gemeinnütziger Projekte
Die Zukunft des Hörens ist global
Migration und Vielfalt formen neue Klangwelten, Sprachen verschmelzen. Musikkulturen begegnen sich. Cochlea-Implantate ermöglichen Menschen weltweit, diese Vielfalt zu erleben – nicht nur Töne und Worte, sondern die Geschichten dahinter. Denn Hören ist mehr als Wahrnehmung. Es ist Begegnung. Es ist Teilhabe. Es ist Verbindung.

Leben mit hoerverlust.at
Alles auf einen Klick! hoerverlust.at bietet Betroffenen und Angehörigen umfassende Informationen und Kontaktmöglichkeiten zu allen Bereichen, die Sie auf dem Weg zum Hören benötigen. Mehr zum informativen Wegbegleiter vom ersten Verdacht bis zur optimalen Versorgung finden Sie hier!

ZENTRUM HÖREN
Beratung, Service & Rehabilitation – für zufriedene Kunden und erfolgreiche Nutzer! Mehr zum umfassenden Angebot und engagierten Team des MED-EL Kundenzentrum finden Sie hier!







