Knochenbruch, Sehnenriss, verkalkte Arterien oder gar Tumorverdacht – es gibt viele Gründe, warum sich Mediziner ein Bild vom Innenleben ihrer Patienten machen möchten. Nutzer von MED-EL Hörimplantaten sind darauf bestens vorbereitet.

Im Gegensatz zu gewöhnlichem Licht durchdringt Röntgenstrahlung menschliches Gewebe, dichte Gewebearten werfen dabei Schatten. Auf einem Filmstreifen festgehalten, zeigt sich so ein Schattenbild des Knochenbaus.Für die Darstellung weicher Gewebe eignet sich diese Methode in der Regel nicht.

Klassische Tomographie und CT

Werden beim Röntgen Strahlenquelle und Filmebene während der Aufnahme zueinander bewegt, bleibt nur ein dünner Bereich im Fokus scharf. Höhere und tiefere Ebenen werden zu einem Grauschleier verwischt, statt eines Schattenbildes entsteht eine Art Stempelabdruck der untersuchten Ebene. Man spricht von Schichtbild oder Tomographie. Die relativ lange Aufnahmedauer beim klassischen Verfahren verursachte hohe Strahlenbelastung.

Gesteuert von einem Computer, können heute während einer einzigen Aufnahme Darstellungen mehrerer Schichten erstellt werden. Die Dicke jeder Schicht kann auf Zehntel Millimeter begrenzt und die Strahlenbelastung insgesamt gering gehalten werden. Die Computer-Tomographie CT hat die klassische Tomographie zur Gänze abgelöst.

Magnetresonanztomographie

Die Kernspintomographie oder Magnetresonanztomographie MRT, MR, oder MRI – vom englischen ‚Magnetic Resonance Imaging‘ – nützt die natürliche Rotation der Atomkerne von Wasserstoff und deren Wechselwirkung mit Magnetfeldern. Damit können unterschiedliche Gewebearten abgebildet werden, spezielle MR-Verfahren können die Funktion von Organen darstellen.

Bis zu einer halben Stunde dauert eine MR-Untersuchung und kann mitunter recht laut werden. Patienten mit Platzangst empfinden die enge Untersuchungsröhre oft bedrohlich – alternativ stehen offene Geräte-Bauformen zur Verfügung, die aber ungenauere Bilder liefern. Beim MR wird keine belastende Röntgenstrahlung verwendet, dafür starke Magnetfelder: Im klinischen Bereich sind Feldstärken von 1,0 oder 1,5 Tesla üblich, neuerdings auch 3,0 Tesla. Nur in der Forschung werden Geräte mit noch höherer Magnetkraft verwendet.

Alternativen für Organ-Bilder

Bei der Szintigraphie werden radioaktiv strahlende Stoffe kurzfristig in das untersuchte Organ eingebracht. Mit Röntgen- oder CT-Aufnahmen kann dann die Funktion dieses Organs untersucht werden. Emissionscomputertomographie ECT und Positronen-Emissions-Tomographie PET sind spezielle Formen der Szintigraphie.

Bei der Sonographie wird Ultraschall, also hochfrequente Schallwellen von ein bis vierzig Megahertz verwendet. Damit können flüssigkeitshaltige Organe untersucht werden. Das komfortable und gefahrlose Verfahren kann auch während einer Schwangerschaft bedenkenlos angewandt werden. Die Bilder sind weniger genau als beim CT oder MR. Gase, wie in der Lunge oder im geblähten Darm, stören bei Ultraschallbildern ebenso wie Knochen – ein Effekt, der manchmal auch bewusst zur Darstellung genützt wird.

Aufnahmeverfahren mittels Infrarotstrahlung oder Messung elektrischer Impedanzen finden noch selten Anwendung. Häufig sind Verfahren, bei denen eine winzige Kamera in Körperöffnungen eingeführt wird, um sich vom Körperinneren ein Bild zu machen – wie bei der Gastroskopie vom Magen.

Implantate und bildgebende Magnetresonanz

Die hohen Magnetkräfte im MR setzen Grenzen, wenn es bei Implantat-Nutzern genützt werden soll. Vorreiter bei MR-tauglichen Hörimplantaten ist der österreichische Hersteller MED-EL.

Bei einigen Implantaten müssen bei MR-Untersuchungen besondere Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. Bei Implantaten mancher Hersteller ist vor und nach der Untersuchung ein operativer Eingriff nötig. Trotz Einhalten aller Vorschriften kam es bei manchen Systemen sogar zu Komplikationsraten über 50 Prozent– manchmal bis hin zur Explantation des CIs.

Nutzer von MED-EL Hörimplantaten sind auf der sicheren Seite. Mit Ausnahme der früher eingesetzten Mittelohrimplantate VORP 502 sind alle MED-EL Hörimplantate MR-sicher bis 1,5 Tesla, die SYNCHRONY-Implantate sogar bis 3,0 Tesla: Der einzigartige Aufbau des Magnets beim SYNCHRONY ermöglicht das.

Nutzer von MED-EL Implantaten berichteten nur in seltenen Fällen über ein unangenehmes Gefühl im MR, zu gravierenden Komplikationen durch ein MR kam es bei MED-EL Nutzern bisher nicht.

Bei einer allfälligen MR-Untersuchung sollte der untersuchende Arzt bei der Terminvereinbarung über das Implantat informiert werden, damit bis zum Untersuchungstermin für eventuelle Rückfragen beim Hersteller des Implantats genug Zeit bleibt.

Implantate und bildgebende Diagnostik

Von Ultraschall-Behandlungen im Schädelbereich, wie einer Ultraschall-Zahnreinigung, wird Nutzern von Hörimplantaten abgeraten. Ultraschallaufnahmen an Rumpf und Extremitäten sind unbedenklich.

Knapp die Hälfte aller bildgebenden Untersuchungen in Deutschland sind CTs, der Anteil in Österreich dürfte ähnlich sein. CTs sind mit Implantaten bedenkenlos möglich,ebenso wie andere Aufnahmen mittels Röntgenstrahlung. An vielen Implantations-Kliniken wird sogar routinemäßig mittels Röntgen die Lage des Implantats kontrolliert.

Die Zahl der MR-Untersuchungen steigt international, zunehmend kommen Geräte mit stärkeren Magneten zum Einsatz. Daher empfehlen Kliniker Hörimplantate, die risikofrei 3T-MR-Untersuchungen ermöglichen.

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