Modernes Design beim CI fördert die Akzeptanz

Funktionalität und formschönes Design sichtbarer Teile beim CI fördern die Akzeptanz von Hörhilfen, erleichtert Betroffenen die Entscheidung dazu und das Leben damit.

„Mehr Menschen tragen eine Brille als ein Hörgerät, deswegen gilt die Brille als normaler“, erklärt Mag. Franz Muigg, Leiter der Pädaudiologie an der Universitätsklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen HSS in Innsbruck. „Darüber hinaus scheint dem Hörgerät oder Audioprozessor noch immer etwas vom Stigma einer eingeschränkten Fitness aufgrund des Alterungsprozesses anzuhaften. Die Modewelt hat bereits vor Jahren die Brille als attraktives Stilmittel entdeckt, das teilweise sogar ohne Notwendigkeit als Accessoire getragen wird. Das würde man aktuell nicht mit einem Hörgerät machen.“

Modebewusstsein und generell ein Bewusstsein für das äußere Erscheinungsbild gewinnt meist in der Adoleszenz an Bedeutung, im Übergang vom Kind zum jungen Erwachsenen. „In dieser Phase wollen Jugendliche möglichst so sein wie alle anderen. Sie wollen Vorbildern folgen. Und sie wollen möglichst keine Angriffsflächen zur Ausgrenzung bieten.“ Selbstbewusstsein entwickle sich erst allmählich. „Doch ich kenne nicht wenige ältere Menschen, bei denen Größe und Sichtbarkeit der Hörtechnik noch immer eine wichtige Rolle spielen.“

Formgebung und Konnektivität

Auffällige Hörhilfen im „Prothesen-Look“ sind dann natürlich hinderlich. Muigg kennt als erfahrener Psychologe vor allem zwei Aspekte, die Akzeptanz zu fördern. „Natürlich spielen Größe und Form der Hörversorgung eine wesentliche Rolle für Jugendliche und Erwachsene! Ein weiterer Vorteil ist formintegrierte Konnektivität. Wenn die Hörtechnik Audiosignale vom Bluetooth-Gerät, vor allem dem Mobiltelefon, direkt empfangen kann, fördert das die Akzeptanz der Hörtechnik.“

Erst seit Einführung des Standards „Bluetooth Low Energy“ BLE haben Hersteller beider Seiten – sendender Audiogeräten und empfangender Hörhilfen – die Möglichkeit, entsprechende Konnektivität zu integrieren. Auch Audioprozessoren für Hörimplantate nutzen das.

Kindgerechte Hörversorgung

„Zu Beginn des Versorgungsprozesses wünschen sich viele Eltern eine möglichst unauffällige Hörtechnik, damit ihr Kind nicht auf den ersten Blick als hörgeschädigt wahrgenommen wird“, weiß Muigg aus Erfahrung und vermutet: „Die Verarbeitung der Diagnose kann dabei eine Rolle spielen.“ Bei kindgerechtem Design gehe es ja nicht nur um das Aussehen, Größe und Gewicht, sondern auch um Funktionsmerkmale wie Befestigungsmöglichkeiten oder Batteriefach-Sicherung.

Ab dem Kindergartenalter würden Kinder das Aussehen ihres Audioprozessors dann meist selbst wählen. „Sie sind oft auch stolz auf ihre Hörtechnik, die andere nicht haben.“ Kein Wunder, dass Kinder beim Prozessor-Upgrade dann oft auf bunte Farben greifen.


RONDO 3: Ausgezeichnetes Design

Der neueste CI-Audioprozessor von MED-EL, RONDO 3, hat gleich zwei Designpreise gewonnen: den iF Design Award und den Red Dot Design Award. Überzeugt hat die Kombination hervorragender Technik mit komfortablem, modularen Design und variablen Tagemöglichkeiten.

Die Abdeckung des RONDO 3 kann einfach gewechselt werden. Das ermöglicht die Farbgebung des Prozessors wie bei Modeaccessoires jeweils anzupassen oder eine von über 30 Designabdeckungen zu nutzen. Die Signalverarbeitung ist auf aktuellem Stand für besten Klang und optimales Sprachverstehen. Der ebenfalls preisgekrönte AudioLink macht den RONDO 3 zum Bluetooth-Empfänger, der hochqualitative Audiosignale streamen kann.

Markus Dilger, verantwortlicher Entwicklungsingenieur beim RONDO 3, fasst zusammen: „Unser Ziel war die Entwicklung eines sauber arbeitenden, robusten, einfach nutzbaren Produkts mit ästhetischer Qualität. ”

Der neue RONDO 3 wurde mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet. ©MED-EL

Cooles Design für das CI

Seit August gibt es neue Designabdeckungen für die Sendespule des SONNET und SONNET 2 Audioprozessors, sowie für RONDO 2, RONDO 3 und SAMBA 2: Marmormuster in Weiß und Schwarz, „Tiger“, „Herbstlaub“ und „Retro“, sowie „Beerig“ und „Nachthimmel“. Insgesamt werden je nach Prozessortype neben sechs Farben zwischen 11 und 24 verschiedene Muster angeboten.

Für individuelle, kindgerechte Motive hat Nadine Gander vom Hörgerätestudio hearInn in Innsbruck eine Möglichkeit gefunden: Sie bringt temporäre Hauttattoos auf die Abdeckung der DL-Spulen auf. Da hearInn auch MED-EL Servicepartner ist, betreut die engagierte Hörgeräteakustikerin neben Hörgerätenutzern auch immer wieder Nutzer von Hörimplantaten. „Auf diese Idee hat mich die Tochter meiner Nachbarn gebracht, die ebenfalls CIs trägt und sich sehnlichst mehr Abwechslung bei den Motiven ihrer Spulendeckel wünschte. Also habe ich mir ein paar alte Spulendeckel genommen und getestet, wie ich ihr diesen Wunsch am besten erfüllen könnte.“ Schließlich sollte die Individualisierung auch hautverträglich sein und andererseits haltbar und resistent gegen UV-Licht oder Schweiß. „Die Freude, als sie ihre neuen Deckel gesehen hat, war riesig!“ Das hat Gander bestärkt, die Idee auszubauen und auch anderen CI-Nutzern anzubieten.

Im Moment schmückt sie DL-Spulen von MED-EL HdO-Prozessoren mit fertig gekauften Tattoos. Oder der kleine Nutzer kann selbst gestaltete Bilder auf dermatologisch getesteter Folie für temporäre Tattoos ausdrucken. Die Akustikerin sichert die Tattoos mit biokompatiblem Otoplastiklack, um die Verzierung dauerhafter zu machen. In Zukunft möchte sie das Angebot auch auf Akkuhülsen ausweiten und auf elegante Designs für Erwachsene sogar mit Strassstein-Veredelung. „Ich hoffe, dass ich damit nicht nur den jeweiligen Nutzern eine Freude bereiten kann, sondern auch die gesellschaftliche Akzeptanz und Toleranz für Menschen mit Hörminderung steigern kann.“

Für weniger bastelaffine Nutzer bietet die Firma DeinDesign adhäsiv haftende Designfolien. Angeboten werden tausende fertiger Muster und Darstellungen sowie die Möglichkeit, eigene Zeichnungen oder Fotos zu verwenden. Damit kann nicht nur die Spulenabdeckung geschmückt werden, sondern der ganze Audioprozessor sowie manches Zubehör.

Informationen zu Designcover und Designfolien auf www.medel.com unter „Lösungen bei Hörverlust – Zubehör“. Info zu Tattoo-Schmuck für die DL-Spule bekommen Interessierte bei Nadine Gander im Hörgerätestudio hearInn, auf Facebook bei design.your.implant oder über design.your.implant@gmail.com.

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