„Die Pausen sind beim Reden das Wichtigste!“
Ob Hochzeit oder Begräbnis – jeder Mensch kann in die Situation kommen, vor Publikum zu sprechen. Thomas Jahn, diplomierter Sprecher und erfahrener Redner, verrät, wie man dabei alle Zuhörenden erreicht.

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- „Klarheit im Raum schaffen!“ Ein Blick ins Publikum zeigt, ob die Botschaft ankommt. Auch einfach nachzufragen, ob alle gut verstehen, lohnt!
- „Gestik und Mimik gehören zur Kommunikation!“ Sie ersetzen zwar keine gute Akustik, können aber Verständlichkeit und Wirkung verbessern.
- „Mit dem passenden Mikrofon kann ich mich beim Reden bewegen und habe die Hände für die Gestik verfügbar!“
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- Ideal ist ein Presenter-Set: ein Kopfbügelmikrofon mit Funksender.
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- Handmikrofone sind meist Kugelmikrofone: Für eine gute Sprachqualität müssen sie in maximal zehn Zentimetern Abstand vor dem Mund gehalten werden.
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- Am Mikrofonständer als Standmikrofon funktionieren sie gut – allerdings: „Das braucht Übung!“ Denn jede Kopfbewegung führt zu Tonaussetzern!
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- Im Freien sollte man das Handmikrofon vorne am Gitter mit der Faust umfassen, um Windgeräusche zu reduzieren.
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- Von sogenannten Mikrofon-Galgen rät Jahn ab: Die Mikrofonkapsel hängt damit auf der Brust – zu weit vom Mund entfernt und in falscher Richtung: Für viele Zuhörende reicht die Klangqualität damit nicht.
- „Vorlesen, statt zu präsentieren, ist für Zuhörer:innen ein Problem.“ Beim Vorlesen sprechen die meisten Menschen schneller und die natürliche Sprachmelodie geht schnell verloren. Zusätzlich ist Tontechnik schwer auf das Ablesen längerer Texte optimierbar. Ein übersichtlicher Stichwortzettel ist die bessere Lösung.
- Ein zusätzlich ausgedrucktes Manuskript kann allerdings für manche Gäste die Teilnahme erleichtern, für andere eine schöne Erinnerung sein.
- „Pausen sind wichtig!“ In vielen Räumen kommt es zu akustischen Reflexionen. Pausen zwischen Satzteilen verhindern Überlagerungen dieser Reflexionen mit den folgenden Worten. „Damit jedes Wort ankommt und auslöst, was es auslösen soll.“ Sie geben dem/der Sprechenden auch zusätzlich Zeit für Blickkontakte und den Zuhörenden Zeit zum Mitdenken.
- „Wenn ich Onkel Toni erwähne, muss ich ihn auch anschauen!“ Ohne Blickkontakt gehen Erwähnungen an den Betroffenen oder die Betroffene oft vorbei, besonders bei schwerhörigen Personen
- Abwechslung, indem auch andere Sprecher:innen zu Wort kommen: Die Enkeltochter erzählt von der Oma oder der Feuerwehrkommandant von seinem Kameraden. Auch ein Musikstück oder bei Begräbnissen eine Schweigeminute können eine willkommene Unterbrechung darstellen.
Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, kann natürlich auch eineN professionelleN Redner:in beauftragen.
„Sich näher trauen ist das Einfachste!“
Gäste haben meist wenig Einfluss, wie akustisch barrierefrei ein Begräbnis oder eine andere Veranstaltung vorbereitet wird. Der professionelle Redner Thomas Jahn ermutigt Menschen mit Höreinschränkung: „Ich kann trotzdem proaktiv Entscheidungen treffen, damit ich den Ablauf nicht nur gut sehe, sondern auch gut höre.“
- Rechtzeitig kommen: Geistliche sind vor einer Zeremonie nicht immer für Gäste erreichbar, viele Sprecher:innen oder Moderator:innen sind aber schon 30 Minuten vorher da. „Fragen Sie noch vor Beginn den Begräbnisleiter: Wir sind drei oder vier Personen, die schlecht hören. Was dürfen wir machen, damit wir besser verstehen?“, ermutigt Jahn. „Dann kann ich als Sprecher Rücksicht nehmen, in die Richtung der Personen sprechen oder diese gegebenenfalls auch in eine vordere Sitzreihe bitten.“
- Verwendung von gewohntem und bewährtem Zubehör: Zum Beispiel ein Remote-Mikrofon – wie den AudioLink – könnte fast immer verwendet werden. „Aber es ist mir bei 3400 Begräbnissen noch nicht passiert, dass jemand so etwas mitgebracht hätte.“
- Vorne hinsetzen oder hinstellen: „Ich gehöre ja nicht zur Familie, ich bin ja nicht so wichtig“, argumentieren viele Gäste eine ungeeignete Platzwahl. Jahn ermutigt, mit höflichem Lächeln aber klarer Bestimmtheit auch übliche Vorgehensweisen zu durchbrechen: „Sich näher trauen ist das Einfachste und Billigste, was Leute tun können!“
Für besseres Verstehen, volle Teilhabe und mehr Gemeinschaft.

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