Über Mozart, lebensfrohe italienische Melodien, märchenhafte Klänge aus dem Meer und leidenschaftliches Tanzen – Das mehrtägige MED-EL Open-Air Sommerkino Film & Musik am Platz hat im Juli in Wien Premiere und zeigt mit besonderer Filmauswahl und dazu speziell ausgewählten Musik-Acts, welch große Rolle Musik im Film einnimmt.

Göttliches Genie

Entsetzt und erstaunt zugleich trifft Hofkompositeur Antonio Salieri das erste Mal auf den unfassbar begabten Wolfgang Amadeus Mozart, der fortan sein größter Kontrahent werden soll. Dass in einer kichernden Kreatur mit schmutziger Fantasie ein göttliches Talent steckt und er damit seine eigene Mittelmäßigkeit erkennt, das wird er Zeit seines Lebens nicht verwinden – seine Geschichte, literarisch mit einiger Fantasie verarbeitet vom russischen Dichter Alexander Puschkin sowie dem britischen Dramatiker Peter Shaffer, ist weltberühmt: 1984 hat der tschechoslowakisch-US-amerikanische Filmregisseur Miloš Forman zu diesem Thema wohl einen seiner erfolgreichsten Filme geschaffen – Amadeus. Einen Film über klassische Musik herauszubringen, war mutig, mitten in der Blüte der Punkkultur der 1980er Jahre. Im Film lebt Mozart aber genau das: Genie und Rebell zugleich, mit Punk-Perücke statt im Rococo-Stil. Das Rolling Stone Magazine lobte: „Mit Amadeus hat Miloš Forman den vielleicht besten Film geschaffen, der jemals über Musik gemacht wurde.“ Tatsächlich lebt der mit 8 Oscars ausgezeichnete Streifen fast ausschließlich von Mozarts wunderbaren Werken, die den Film über durchgehend begleiten und ihm den eigentlichen Sinn verleihen – nämlich dem Publikum das Wunder Mozart zu verdeutlichen. Deshalb ist er einer von vier von uns sorgfältig ausgewählten Werken, die wir im Rahmen der HÖREN BEWEGT Initiative bei Film & Musik am Platz zeigen möchten.

So sind auch die drei weiteren Meisterwerke der Filmgeschichte nicht minder geeignet für dieses Thema, auch wenn sie sich inhaltlich doch sehr unterscheiden:

Die Kraft der Fantasie

Das Leben ist schön, im Original mit dem klingenden Titel La vita è bella, beschreibt nicht nur eine positive Lebenseinstellung, sondern ist auch der Titel eines international vielfach ausgezeichneten italienischen Films aus dem Jahre 1997. Die Geschichte beginnt mit Guido, der sein Leben in humorvoller Weise meistert, so auch die Liebe seines Lebens gewinnt, das gemeinsame Glück vervollständigt ihr kleiner Sohn Giosuè. Doch dann nimmt das märchenhafte Leben eine tragische Wende: die Deportation der Familie in eines der Konzentrationslager des Zweiten Weltkrieges. Der liebende Vater muss schnell reagieren, um seine Familie zu schützen: er verwandelt die bittere Wahrheit in ein Spiel für seinen kleinen Sohn. Eine außergewöhnliche Geschichte, die beweist, dass Liebe, Familie und Fantasie alles besiegen können. Die Stärke des Films liegt vor allem in der grandiosen schauspielerischen Leistung und der Sensibilität und sicheren Gratwanderung dieser surrealen Fabel, die doch der Wahrhaftigkeit des Themas so erschütternd nahekommt. Als Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller Roberto Benigni seine drei Oscars, die Das Leben ist schön erhält, entgegennimmt, gehen die Bilder als eine der unvergesslichsten in der Geschichte des Academy Awards um die Welt. Seine von Freude und tiefer Menschlichkeit geprägte Rede, in der er den Opfern des Holocaust Respekt zollt und deren unverbrüchlicher Würde Raum gibt, ließ damals niemanden unberührt und letztlich spiegelt auch hier wieder die Musik zu seinem Film genau das wider: Mit einem bewegenden Soundtrack gelingt es dem Film- und Theaterkomponisten Nicola

Piovani, auf besondere Weise die Kinobilder für dieses heikle Thema mit seinen wehmütigen und gleichzeitig zutiefst lebensbejahenden Melodien untrennbar zu verbinden.

Kultige Sommerliebe

In eine gänzlich andere Stimmung kommt der Kinobesucher wohl beim nächsten Film unserer Wahl: In den 1980er Jahren wurden eine Reihe Tanzfilme produziert, die den damaligen Zeitgeist trafen. Nach Staying Alive, Flashdance, Footloose und A Chorus Line erschien 1987 der Überraschungserfolg aus den USA – Dirty Dancing in den internationalen Kinos. Patrick Swayze und Jennifer Grey tanzten sich in die Herzen der (zumeist weiblichen) Zuschauer und wurden somit zu einem der bekanntesten Liebespaare der Filmgeschichte. Eigentlich ein anspruchsloser Unterhaltungsfilm, der leichte Anrüchigkeit mit sentimentaler Moral zu kombinieren versucht, die Tanzszenen, die gleichzeitig mit einer Liebesromanze mit Happy End einhergehen, prägten dennoch eine ganze Teenagergeneration und begeistern eingefleischte Fans bis heute. Tanz ohne Musik – wohl undenkbar, und so gehört auch dieser Streifen ganz klar auf unsere sorgfältig ausgewählte Liste.

Der Klang des Meeres

Ebenso Kultstatus errungen hat auch der vierte und abschließende Film unseres Festivals: Die 80er haben es uns offenbar besonders angetan, denn auch dieser Streifen aus dem Jahre 1988 aus Frankreich überzeugt uns durch die Verbindung einer wunderbaren Story mit eindrucksvollem Score. Die Geschichte zweier Apnoetaucher vor berauschend schöner Kulisse, eingehüllt in faszinierender, völlig neuartiger Musik. Im Rausch der Tiefe mit dem späteren Superstar Jean Reno lockte im Mai 1988 tausende Menschen in die Kinos, um diesen besonderen Film zu entdecken. Die Leute lachten, wurden beindruckt und zutiefst bewegt. Und nach der Vorstellung kauften sie sich in Scharen den Soundtrack zum Film und hörten monatelang nichts anderes als diese seltsam klingende Musik, die sie in eine völlig andere Welt versetzte. Falls auch Sie zur Fan-Generation „Im Rausch der Tiefe“ gehören, so erklingen sicherlich bis heute die Melodien von Eric Serra in Ihrem Kopf. Unvergesslich, weil so besonders.

Den Film im Ohr

So geht es übrigens auch mir – alles diese Filme haben mich nachhaltig geprägt – und nicht zuletzt durch ihre ganz besondere Musik. Als junger Teenager wurde ich zum Mozart-Fan, ließ mich verzaubern von den Rhythmen der Tanzfilme, tauchte ein in die hypnotischen Klänge unter dem Meeresspiegel und erwische mich nach wie vor mit glänzenden Augen, wenn ich an die Musik Piovanis nur denke, die Das Leben ist schön zu dem Film macht, der er ist.

Die Musik prägt also die meisten aller Filme, sie spinnt die Geschichte entlang eines unsichtbaren emotionalen Fadens und in uns Menschen erwachen gerade die Emotionen, auf die es die Macher des jeweiligen Filmes abgesehen haben. Ohne Ennio Morricones Begleitung zu Spiel mir das Lied vom Tod, John Williams‘ berühmte Gänsehaut-Melodie aus Der Weiße Hai oder die unzähligen dramatischen Scores eines Hans Zimmer gälte der bekannte Spruch: „Hast du den Film nicht gehört, so hast du ihn nicht gesehen.“ Genau das, die große Bedeutung von Musik und Ton im Film, hat uns bei der Recherche zur Initiative HÖREN BEWEGT fasziniert. Als Hersteller von implantierbaren Hörsystemen freut es uns natürlich ganz besonders, dass unsere Nutzer zu einem großen Teil genau das in vollen Zügen genießen können.

So hoffen wir, Sie auf den Geschmack gebracht zu haben für die von uns empfohlenen Juwele der Filmgeschichte und freuen uns auf Ihren Besuch bei Film & Musik am Platz im Juli 2019. Der Eintritt ist übrigens kostenlos, ebenso wie die vor den Vorführungen stattfindenden Auftritte junger aufstrebender Musiker. Die Auswahl der unterschiedlichen Beiträge werden dem jeweiligen Filmthema angepasst und sollen für die perfekte Stimmung für Ihren Filmabend mit uns sorgen!

Film & Musik am Platz
11. – 14. Juli 2019
Karmeliterplatz, 1020 Wien
Beginnzeit: 20:00 Uhr (Filmvorstellung ab ca. 21:00 Uhr)
Sämtliche Filme werden in deutscher Fassung mit deutschen Untertiteln gezeigt.
Der Eintritt ist frei!

11. Juli:
Das Leben ist Schön (La vita è bella)
Italien, 1997
Regie: Roberto Benigni
Musik: Nicola Piovani
Live-Auftritt: Lorenz Ferchländer (Singer-Songwriter)

12. Juli:
Dirty Dancing
USA, 1987
Regie: Emile Ardolino
Musik: John Morris
Live-Auftritt: Project Band (junge aufstrebende Pop-Band)

13. Juli:
Amadeus
USA, 1984
Regie: Miloš Forman
Musik: Wolfgang Amadeus Mozart, Antonio Salieri (Academy of St. Martin in the Fields, conducted by Sir Neville Marriner)
Live-Auftritt: Stefan Obermaier (Classic Reloaded DJ-Set)

14. Juli:
Im Rausch der Tiefe (Le Grand Bleu)
Frankreich, 1988
Regie: Luc Besson
Musik: Eric Serra
Live-Auftritt: John Mayer Blues Experience (Blues, Bluesrock)

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