Hearpeers & Hörberater: CI-NutzerInnen begleiten KandidatInnen auf ihrem Weg zum Hören

Die Entscheidung und der Weg zum Cochlea-Implantat sind geprägt von unzähligen Fragen und Unsicherheiten. Doch wer kann sie beantworten und die größten Bedenken beiseiteräumen?

Vor diesem Hintergrund beschloss das Corporate Awareness Team von MED-EL 2015, ein Projekt ins Leben zu rufen, das Implantat-KandidatInnen auf dem Weg zum Hören begleitet und gleichzeitig die CI-Teams an den Kliniken entlastet: das Hearpeers Mentorenprojekt.

Was mit dem Pilotmarkt Großbritannien begann, entwickelte sich rasch zu einem weltweiten Erfolg. 10 Jahre später stehen rund 200 Hörimplantierte in 40 Ländern jenen Menschen mit Rat und Tat zur Seite, die vor der Entscheidung zum Cochlea-Implantat, Mittelohr- oder Knochenleitungsimplantat stehen. In Österreich übernehmen diese wichtige Rolle die Hörberater und Hörberaterinnen, die Betroffene auf hoerverlust.at direkt kontaktieren können.

10 Jahre Hearpeers: ein Grund zum Feiern!

Mit vielen lokalen aber auch internationalen Aktivitäten wurde das zehnjährige Hearpeers-Jubiläum das ganze Jahr über begangen. Doch das große Geburtstagsfest sollte etwas Besonderes sein, ein Geschenk an die MentorInnen, die seit vielen Jahren im Einsatz für die gute Sache stehen. Schnell war die Idee geboren, ein Konzert in Innsbruck zu geben, bei dem die musikalischen ImplantatnutzerInnen in der Hearpeers Community die Hauptrolle spielen sollten.

Neun MentorInnen erklärten sich sofort bereit, beim  Jubiläumskonzert mitzuwirken. Auch die Frage nach der musikalischen Begleitung konnte schnell geklärt werden, denn unter den 1900 Beschäftigten bei MED-EL Innsbruck  taten sich schon vor längerer Zeit Musizierende in verschiedenen Formationen zusammen. Und so stand einem fulminanten Geburtstagskonzert nichts mehr im Wege.

Musik kennt keine Grenzen

Aus allen Teilen der Welt kamen die MentorInnen nach Innsbruck angereist, um das Hearpeers-Geburtstagskonzert mitzugestalten. Auch CIA war aktiv dabei, vertreten durch Hörberater Heinz aus Niederösterreich, vielen LeserInnen dieser Zeilen in Symbiose mit seiner Steirischen Harmonika bestens bekannt.

In den wenigen  Tagen in Innsbruck, vollgepackt mit Proben und gemeinsamem Rahmenprogramm, wuchsen die Mitwirkenden zu einer echten Gemeinschaft zusammen; so sehr, dass sogar handgestrickte Socken verschenkt wurden. Am 24. September 2025 war es endlich soweit. Die Türen des Veranstaltungsortes Vier und Einzig in Innsbruck wurden geöffnet und hinein strömten rund 200 Gäste aus nah und fern. Vertreten waren die Innsbrucker Stadtregierung, CIA Niederösterreich, Hearpeers MentorInnen aus der ganzen Welt, Beschäftigte von MED-EL Innsbruck sowie internationale Kundschaft und zahlreiche Gäste aus der Tiroler Bevölkerung, die durch Plakate und Werbung neugierig geworden waren, wie denn Menschen mit Hörverlust musizieren können.

Heinz und Hildegard vereinten österreichische mit deutscher Volksmusik und sorgten für einen launigen Auftakt.

Heinz an der Steirischen und seine Musikpartnerin Hildegard aus Deutschland an der Geige sorgten mit zwei Volksliedern für eineHeinzn launigen Auftakt zum Konzert. Dem Publikum war beim Walzer aus dem Brixental gleich nach Tanzen zumute!

Ruth aus England gab klassische Klarinettenstücke zum Besten, Aigerim aus Kasachstan begeisterte mit einem flotten kasachischen Volkslied die Gäste und sorgte dann gleich mit ihrer Version von Frank Sinatras My Way für emotionale Momente.

Der 83-jährige Alain aus Australien rockte die Halle.

Alan aus Australien hatte nicht nur die weiteste Anreise, sondern war mit seinen 83 Jahren bei Weitem der Älteste. Doch wer einen alten Mann mit zittriger Stimme erwartet hatte, wurde sofort eines Besseren belehrt. Mit seiner sonoren Stimme rockte er den Konzertsaal, und bei Alans Darbietung von Simply the Best hielt es niemanden mehr auf den Sitzplätzen. Tina Turner hätte in Papa Voss, wie der Unterhaltungsmusiker sich seit 60 Jahren nennt, einen kongenialen Gesangspartner gefunden!

Eileen aus Kanada ließ das Publikum ihre Liebe zur Musik spüren.

Eileen aus Kanada, selbst Klavierlehrerin und Sängerin, war nicht nur von der Musikalität der anderen MentorInnen angetan, sondern auch von der Tatsache, dass sie zum ersten Mal in ihrem Leben so viele Menschen mit Cochlea-Implantat persönlich kennenlernen durfte. „Musik ist ein Teil von mir. Ich bin so glücklich, dass ich hier so viele andere Menschen mit CI traf, die die Liebe zur Musik mit mir teilen“, freute sich das Energiebündel.

Berufsmusiker Junior aus Brasilien berührte auch durch seine besondere Lebensgeschichte.

Südamerika war mit dem Brasilianer Junior und dem Argentinier Javier stark vertreten. Juniors Geschichte, dem die Eltern aus finanziellen Gründen lange kein richtiges Keyboard kaufen konnten und der auf einem Papier-Keyboard üben musste, machte viele Anwesende betroffen. Umso größer war die Bewunderung für ihn, der mittlerweile als Klavierlehrer arbeitet. Auch Javier lebt von der Musik, als Gitarrist, Komponist, Arrangeur und Musiklehrer und ließ sich, so wie alle MentorInnen, von seinem Hörverlust nicht vom Musizieren abhalten.

Dank ihrer Cochlea-Implantate hören alle KünstlerInnen wieder so gut, dass Musik für sie weiterhin Lebensinhalt ist. „Ich kann mir ein Leben ohne Musik gar nicht vorstellen“, meinte Chris aus Deutschland, der mit der Band poppig-rockige Songs performte. Seine Begeisterung für das Musizieren mit CI gibt er nicht nur als Mentor weiter, mittlerweile heuerte er sogar bei MED-EL Deutschland als Head of Music an.

Ein gemeinsamer Abschluss

Der Deutsche Chris und Brasilianer Javier traten auch gemeinsam auf.

Zum krönenden Abschluss gaben sich alle Beteiligten ein letztes Stelldichein auf der Bühne. Sie hatten eine speziell für dieses Geburtstagskonzert arrangierte Version der Ode an die Freude einstudiert und führten diese als Zugabe zum ersten Mal öffentlich auf.

Das Publikum quittierte das Konzert mit  tosendem Applaus und Standing Ovations. „Ich kann es noch immer nicht fassen, dass diese wunderbaren Musikerinnen und Musiker ohne Implantat nichts hören würden. Die Darbietungen waren großartig und die Atmosphäre unglaublich  herzlich und familiär“, zeigte sich Innsbrucks Vizebürgermeisterin Elli Mayr begeistert.

Nach dem Konzert lud das Hearpeers-Team zum geselligen Austausch bei kulinarischen Köstlichkeiten ein. Da die MED-EL Band noch im Hintergrund spielte, gaben einige MentorInnen ein spontanes Zusatzkonzert, das schließlich nur deshalb enden musste, weil die Hausherren kurz vor Mitternacht die Sperrstunde ausriefen.

Wer  auf der Suche nach einer musikalischen Umrahmung für seine nächste Feier ist, möge sich ans Hearpeers-Team wenden: sie haben die Kontakte zu energiegeladenen Musikerinnen und Musikern, die nicht nur ihr Publikum mitreißen, sondern auch beweisen, dass sich Hörverlust und Musik nicht ausschließen!

Hinweis

Auf dem MED-EL YouTube Kanal finden Sie Konzertausschnitte und Interviews vom Hearpeers Anniversary Concert. Viel Spaß beim Anschauen!

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