Routinemäßige Hörtests sind für Neugeborene, Schulkinder und Senioren wichtig!
Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt regelmäßige Hörscreenings auch für Senioren und Seniorinnen. Das wissenschaftliche Team der HSS in Innsbruck erforscht Relevanz und geeignete Diagnostik.
Eva Kohl

Newborn hearing screening and diagnosis at the hospital. Baby having hearing screening, Otoacoustic Emissions
Die Österreichische HNO-Gesellschaft empfahl 1995 im „Millstätter Konzept“ die damals noch neuen OAE-Messungen für ein neues Neugeborenen-Hörscreening (NHS) – andere Länder folgten. Seit 2003 ist das Neugeborenen-Hörscreening Bestandteil des Eltern-Kind-Passes.
Eine 2005 veröffentlichte Evaluierung des österreichischen Neugeborenen-Hörscreenings durch ein Team der Innsbrucker Klinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen bestätigte: „Bis zum Alter von sechs Monaten wurden mit UNHS 69 Prozent der hörgestörten Kinder erfasst. […] Wird kein UNHS durchgeführt, dann bestimmt der Grad der Hörstörung den Zeitpunkt bei Diagnose. […] Unsere Daten legen zudem nahe, dass zirka 15 Prozent aller hörgestörten Kinder einen Beginn der Hörstörung nach dem Hörscreening aufweisen, was die Wichtigkeit zusätzlicher Maßnahmen zur Früherkennung auch dieser Fälle anzeigt.“ Heute ist das Neugeborenen-Hörscreening eingebettet in das 2017 von der HNO-Gesellschaft, mit Expert:innen der Innsbrucker HSS-Klinik, entwickelte Konzept zur „Früherkennung und Frühversorgung von Kindern mit konnatalen Hörstörungen“.
Präventive Hörtests auch im späteren Lebensverlauf
Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt für Personen ohne spezielles Risiko mehrere obligatorische Hörtests im Lauf des Lebens: Bei der Geburt, im Schulalter und im fortgeschrittenen Alter. Die Grundsatzerklärung der Expert:innengruppe HEARING sowie ein Forderungskatalog des Hearing Health Forum der EU (HHFEU) schließen sich dem an: regelmäßige Hörtests für die Generation 50+ alle fünf Jahre, ab 65 alle ein bis drei Jahre.

Priv.-Doz. Mag. Dr. Josef Seebacher (li.) forscht mit seinem wissenschaftlichen Team an der Universitätsklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen Innsbruck. Hier mit Harald Vogl vom Club Ohrwurm. ©Aniketa Seelos-Prock
Das österreichische Gesundheitssystem sieht bisher bei der Vorsorgeuntersuchung für Untersuchte ab dem 66. Lebensjahr eine Frage nach Hörproblemen im Anamnesebogen vor sowie einen Flüstertest. Die Audiologie der Universitätsklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen Innsbruck unter Leitung von Prof. Dr. Simone Graf, respektive das von Priv.-Doz. Mag. Dr. Josef Seebacher geleitete wissenschaftliche Team dort, forscht nun zur Häufigkeit von Hörstörungen bei Erwachsenen und zu möglichen Hörscreenings dieser Bevölkerungsgruppe.

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