Beim Hörtraining mit Cochlea-Implantaten nebenbei Fun Facts sammeln

Die ReDi-App von MED-EL ermöglicht CI-NutzerInnen vielfältiges Hörtraining zuhause, auch ohne ÜbungspartnerIn. Neu ist dabei eine Übung mit klassischen Wiki-Fakten.

©Adobe Stock

Rehabilitation ist nach einer Cochlea-Implantation ein wichtiger Baustein am Weg zurück ins hörende Leben. Neben stationärer Hörrehabilitation unterstützen LogopädInnen an den CI-Kliniken oder im niedergelassenen Bereich, HörpädagogInnen und bei Kleinkindern auch die Hörfrühförderung den Aufbau des Hör- und Sprachverstehens. Der überwiegende Teil der Hörübungen muss aber im privaten Alltag erfolgen, wo nicht immer ÜbungspartnerInnen zur Verfügung stehen.

Viele CI-NutzerInnen greifen dann zu digitalen Übungsangeboten, zum Beispiel zur ReDi-App von MED-EL: Mit mehreren Schwierigkeitsstufen und sofortiger Rückmeldung ermöglicht die Applikation für Smartphone und Tablet eigenständiges Hörtraining im individuellen Tempo. Die Übungen orientieren sich dabei an klassischen Übungsmustern.

Üben soll Spaß machen!

Das war Daniel Winkler nicht genug. Der Spezialist für Künstliche Intelligenz gehört zu jenem Team, welches das Konzept für ReDi ursprünglich entwickelte. Der Innsbrucker verbessert die App seither stetig. „Ich wollte ReDi auch für fortgeschrittene NutzerInnen attraktiv gestalten. Deswegen suchte ich nach einem Konzept, das sinnvolle, alltagsnahe Inhalte mit auditiven Trainingsaufgaben kombiniert.“ Das ist ihm mit der Funktion Bild des Tages gelungen.

Die neue Funktion ist von der Online-Bilddatenbank Wikimedia inspiriert, deren ansprechende Fotos zum Ausgangspukt für Hör-, Verständnis- und Gedächtnisübungen werden. Wikimedia, 2004 gegründet, ist ein Archiv mit mittlerweile über 130 Millionen frei verfügbaren Mediendateien. Sie illustrieren Beiträge auf Wikipedia und anderen Wiki-Plattformen. Auf Wikimedia Commons speisen sie die beiden, täglich wechselnden Rubriken Medien des Tages und Bild des Tages.

ReDi nutzt diese Fotos und passende Kurztexte aus verschiedenen Wissensbereichen als Übungsmaterial fürs Hörtraining. Die Applikation greift damit den Trend zu sogenanntem „unnützen Wissen“ auf: Fakten, deren Kenntnis keinen direkten Nutzen für uns hat, doch interessant und meist einprägsam sind – und uns so unterhalten. Bei ReDi bekommen sie aber den direkten Nutzen, unser Hörvermögen zu trainieren.

Die ReDi Hörtrainingsapp bietet eine neue Übungsmöglichkeit mit klassischen Wiki-Fakten.

Häppchenweise das Hören üben

Wikimedia Commons bietet Zugang zu qualitativ hochwertigen, gut dokumentierten und frei nutzbaren Bildern“, erklärt Daniel Winkler. „Die durch das Bild des Tages unterstützten Übungen fördern auf kontextbezogene und sinnvolle Weise das Sprachverständnis, das auditive Gedächtnis und das Hörverständnis.“ Denn zu jeder Information gibt es im Anschluss auch eine Detailfrage.

NutzerInnen können täglich eine neue Bild-Text-Kombination wählen oder aus allen schon verfügbaren Kombinationen auf einmal schöpfen. Aktuell sind das über 350, jeden Tag wächst die Übungsbibliothek um eine weitere Übungskombination an. „Diese Funktion lässt sich auch um zusätzliche Quellen oder Inhaltsarten erweitern“, gewährt Winkler einen Blick auf mögliche zukünftige Weiterentwicklungen. „Die Bilder sind dabei für die zugrunde liegenden therapeutischen Übungen nicht zwingend erforderlich, bereichern sie aber wesentlich.“

Fazit: Unbedingt ausprobieren! Viel Spaß dabei!

Hier zwei Wikimedia-Beispielbilder, die zum Üben anregen sollen:

„Machu Picchu ist eine alte Inkastadt in Peru, hoch in den Bergen. Sie ist UNESCO-Welterbe und Perus meistbesuchte Attraktion.“ – „In welchem Land liegt Machu Picchu?“ ©By Hiram Bingham III – National Geographic Magazine, April 1913, Public Domain

„Der Klippschliefer ist ein mittelgroßes Tier mit kurzen Ohren und Schwanz. Es lebt in Afrika und im Nahen Osten in felsigen Gegenden.“ – „Wo lebt der Klippschliefer? “ ©Charles J. Sharp – Own work, from Sharp Photography, sharpphotography.co.uk, CC BY-SA 4.0

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